Simmern. Wie können ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt und aktiv im eigenen Zuhause leben? Mit dieser und weiteren Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule Pflege an der BBS Simmern beim Besuch der Gemeindeschwester plus, Rachida Hänsch.
Die Gemeindeschwester plus unterstützt insbesondere ältere Menschen, die noch keinen Pflegegrad haben und ihren Alltag grundsätzlich selbstständig bewältigen können. Im Mittelpunkt stehen dabei Beratung, Prävention und persönliche Begleitung– nicht die tägliche pflegerische Versorgung. Bei Hausbesuchen wird gemeinsam mit den Seniorinnen und Senioren die individuelle Lebenssituation betrachtet. Themen können unter anderem Bewegung und Ernährung, soziale Kontakte, Wohnsicherheit, Hilfsmittel oder regionale Unterstützungsangebote sein. Dabei wurde deutlich: Oft können kleine Hinweise, etwa auf einen Seniorentreff, eine Bewegungsgruppe oder einen Fahrdienst, einen großen Unterschied machen.
Für die angehenden Pflegefachkräfte zeigte sich, wie wichtig Zeit, Zuhören und ein offener Blick in diesem Arbeitsfeld sind. Nicht immer steht bei einem Hausbesuch sofort ein konkretes Problem im Mittelpunkt. Im Gespräch können beispielsweise Einsamkeit, Unsicherheit nach einem Sturz oder Sorgen um die eigene Selbstständigkeit sichtbar werden. Genau hier setzt die Arbeit der Gemeindeschwester plus an: Sie unterstützt frühzeitig, bevor aus kleinen Schwierigkeiten größere Probleme entstehen. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei die Vernetzung mit regionalen Beratungs- und Unterstützungsangeboten.
Der Besuch verdeutlichte den Schülerinnen und Schülern, dass Pflege weit über die unmittelbare Versorgung hinausgeht. Ressourcen erkennen, Selbstständigkeit fördern und Menschen in ihren eigenen Entscheidungen stärken sind ebenfalls wichtige Bestandteile professioneller Pflege. Für die angehenden Pflegefachkräfte war der Besuch eine wertvolle Ergänzung zum Unterricht und ein interessanter Einblick in ein vielseitiges Berufsfeld. Er zeigte eindrucksvoll: Pflege beginnt nicht erst, wenn jemand Hilfe benötigt. Sie kann auch bedeuten, rechtzeitig hinzusehen, zuzuhören und gemeinsam Wege zu finden, damit Menschen möglichst lange selbstbestimmt leben können.
Text: Karina Schmidt
