27.04.2020 09:08
Von: Annerose Mallmann

Altenpflegeprüfungen an der BBS Simmern in Zeiten von Corona

Die Umsetzung der praktischen Prüfungen in der Altenpflege an der BBS Simmern ist in diesem Jahr eine Herausforderung für alle Beteiligten. Eine Durchführung in den Pflegeeinrichtungen kam nicht in Betracht, es mussten simulierte Prüfungen geplant und durchgeführt werden. In der ersten Woche nach den Osterferien stellten siebzehn angehende Altenpflegerinnen und ein Altenpfleger ihr praktisches Können an der Pflegepuppe und lebenden Modellen unter Beweis.   Ziel an der BBS Simmern ist es mit der Simulation möglichst nah an der wirklichen Situation in der Pflegeeinrichtung anzusetzen. Daher planten die Auszubildenden die Pflege für eine Person aus ihrer Einrichtung, die sie kennen. Diese Planung konnten fast alle Schüler/innen auch in ihrer Einrichtung schreiben. Für die Durchführung waren alle Praxisanleiter bereit in die Schule zu kommen, um in der Prüfungskommission mitzuwirken. Den angehenden Altenpflegerinnen wurde ein Mitspracherecht beim Ablauf und der Gestaltung der Prüfungssituation eingeräumt.   Die Herausforderung für die Prüflinge war es, in den Fachräumen der Schule ihre fachpraktischen Fähigkeiten im Umgang mit den Pflegebedürftigen an einer Puppe und einem "fitten" Modell unter Beweis zu stellen. Die Prüferinnen fragen sich, wie es gelingt diese Fähigkeiten zu bewerten, ohne den direkten Umgang mit den betroffenen Bewohnern und Klienten zu erleben. Als dann die ersten Prüfungen stattfanden, war es oft verblüffend, wie gut es den Prüflingen gelang in ihre Rolle zu schlüpfen und im Rollenspiel/Gespräch mit der Pflegepuppe den zu Pflegenden mit in die Situation einzubeziehen. Lehrerinnen und Lehrer die in der Fachschule für Altenpflege unterrichten, machen ganz neue Erfahrungen wenn sie z.B. in der Rolle der Bewohnerin aus dem Bett transferiert werden. Wenn Blutzucker gemessen wird ist es ein großer Unterschied, ob man sieht was geschieht oder ob man als "blinder Klient" auf das Gesagte angewiesen ist   Die erfolgreichen Prüflinge beruhigten dann auch ihre Mitschüler/innen, denen die Feuerprobe noch bevorstand. "Ich schreibe gleich den anderen, dass sie sich keine Sorgen machen brauchen. Man kann die Pflege gut an der Puppe durchführen und die Prüfer gehen wirklich auf unsere Situation ein."   Das Foto zeigt Sabita Kshetri bei der Grundpflege an der Pflegepuppe im Rahmen ihrer praktischen Prüfung zur Altenpflegerin, im Hintergrund Ulrike Nerkamp, Fachlehrerin an der Fachschule für Altenpflege, ein Mitglied der Prüfungskommission