17.12.2019 18:25
Von: Saskia Simon

"Flashback" - Suchtprävention mal anders

"Drogen sind so gefährlich, weil sie so toll sind!" Dieser Satz ist nur einer von vielen, die man vermutlich nicht auf einer Veranstaltung zu dem Thema Suchtprävention erwarten würde. Doch Dominik Forster, seines Zeichens selbst viele Jahre suchtkrank, kriminell und schlussendlich Insasse des Hochsicherheitstraktes im Jugendgefängnis, kümmert es nicht, wie andere Präventionsveranstaltungen ablaufen. Er erzählt seine Geschichte authentisch, ehrlich und mit einem ungeschönten Blick auf alle Seiten der Sucht. Diese ungewöhnliche Herangehensweise der Drogenaufklärung machte seinen Vortrag "Flashback" zu einer großen Bereicherung der Suchtpräventionstage an unserer Schule. Seine Lebensgeschichte bot den Schülerinnen und Schülern des BVJ und der BF1, neben klassischen Workshops zu den Themen Sucht und Konsum, besondere Einblicke in das Leben eines Suchtkranken. Dominik holte die Jugendlichen in einer Sprache ab, die sie eher selten in den Räumen der Aula von Referentinnen/en hören. Und so verwundert es nicht, dass der bis auf den letzten Platz gefüllte Raum, seinem 90-minütigen Weg vom "Spast zum Superhelden" konzentriert folgte. Seine Geschichte zeigt, dass Sucht als Konsequenz von Gewalt einer Entwicklung folgt, die sich niemand aussucht. Dem Höhenflug zu Beginn folge unweigerlich der Absturz, der auch Dominiks Weg prägte. Alle Menschen, die seinen Lebensweg bis zu seinem 24. Lebensjahr begleiteten, seien heute tot oder so sehr durch die Sucht geschädigt, dass sie körperlich und geistig stark beeinträchtigt lebten. Er ist mittlerweile neun Jahre clean und sechs Jahre trockener Alkoholiker und weiß dennoch, dass er Leben lang süchtig bleibt und die Folgen der Sucht ihn auch weiterhin begleiten. Statistisch gesehen ist er einer von 1000, der es geschafft hat, sein Schicksal zu ändern und ist dankbar für die Chance, Jugendliche mit seinen Veranstaltungen aufzuklären.