05.11.2018 14:14
Von: Brigitte Franken

care4future - ein innovatives Projekt zur Berufsorientierung in den Pflegeberufen startet im Hunsrück durch


Die Hunsrück Klinik kreuznacher diakonie, die Berufsbildende Schule Simmern, die Kooperative Gesamtschule Kirchberg und die Friedrich-Karl-Ströher Realschule plus Simmern führen erstmalig in der Hunsrückregion seit Oktober das care4future-Projekt durch mit dem Ziel, Berufsorientierung für Pflegeberufe nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern praktisch erlebbar zu machen.  

care4future ist ein Kooperationsprojekt zur Nachwuchsgewinnung in den Pflegeberufen mit der größten Reichweite und Präsenz in Deutschland. Der innovative Ansatz liegt in der praxis- und zukunftsorientierten Sensibilisierung und Begeisterung von Schülern der Sekundarstufe 1 für die Pflegeberufe in der Phase der Berufsorientierung. Statt auf kurzfristige Maßnahmen zu setzen um dem Personalmangel zu begegnen, basiert die Nachwuchsgewinnung auf der Bildung regionaler Kooperationsnetzwerke. Der direkte Kontakt von Schülern/-innen zu den Pflegeberufen in der Praxis ermöglicht eine fundierte Entscheidung für eine Ausbildung in der Branche. So werden gleichzeitig die Bewerberzahlen erhöht und die Abbruchrate in der Ausbildung gesenkt.  

Die contec GmbH, eine Unternehmens- und Personalberatung für die Gesundheits- und Sozialwirtschaft, bringt mögliche Kooperationspartner auf regionaler Ebene an einen Tisch. Gemeinsam entwickeln alle Beteiligten unter Berücksichtigung der regionalen Besonderheiten ein individuelles Kursprogramm. 

Auszubildende der Fachschulen für Altenpflege der Berufsbildenden Schule Simmern sowie der Schule für Gesundheits- und Pflegeberufe der Hunsrück-Klinik der kreuznacher diakonie führen unter Anleitung ihrer jeweiligen Lehrkräfte und Praxisanleiter Unterrichtseinheiten zu Themen aus ihren Berufsfeldern mit Schülern durch, sodass die Auszubildenden als zukünftige Fachkräfte didaktische Kompetenzen erwerben können. Die Schüler der allgemeinbildenden Schulen wie der KGS Kirchberg und der Friedrich-Karl-Ströher Realschule plus Simmern wiederum erleben, erproben und erfahren nach dem Prinzip des peer-learnings auf praxisorientierte Weise Inhalte der jeweiligen Berufsfelder. Die beteiligten Unternehmen sind praktischer Lernort und potentieller zukünftiger Arbeitgeber in einem, eine win-win-Situation für alle Kooperationspartner.

Damit entsteht ein Netzwerk für Pflege, das für den Rhein-Hunsrück-Kreis einen Mehrwert darstellen kann. Schüler/innen erhalten für ein ganzes Schuljahr einen Einblick in die Pflegeberufe und eine Perspektive für eine Ausbildung vor Ort. Die Auszubildenden der Pflegeberufe berichten von ihren eigenen Erfahrungen und Erlebnissen und führen mit den Schülern Selbsterfahrungsübungen durch, um die Schüler für die Herausforderungen der Pflegebedürftigkeit zu sensibilisieren. Daneben ist auch der direkte Kontakt zu pflegebedürftigen Menschen von großer Bedeutung, ebenso wie das Kennenlernen erster Hilfe-Maßnahmen.  

So wird an Schulen vor Ort ein umfassendes neues Berufsorientierungsprogramm mit vielen Bezügen zur realen Arbeitswelt in der Region geschaffen. 

 

Bilduntertitel: die Kooperationspartner mit den Projektteilnehmern vor Ort in der Hunsrück-Klinik in Simmern: (v.r.n.l.): Kristina Theodoropoulos (Hunsrück-Klinik), Brigitte Franken (BBS Simmern), Schülerinnen der KGS Kirchberg, Peter Schittko (Realschule plus Simmern), Aileen Bollenbacher (BBS Simmern), Monika Uhr (Hunsrück-Klinik), Eva Schneider (KGS Kirchberg)